Tanzlust

Es ist geschafft!

Und schon ist die Venezia Arabica auch wieder vorbei. Trotz zwischenzeitlich etwas schleppendem Vorverkauf tanzten wir in einem ausverkauften Haus vor einem begeisterten Publikum.

Das Zitat des Tages war für mich: „Immer wenn ds Wetter so schön ist, haben wir Hausarrest!“ Ganz so schlimm war es aber doch nicht. Wir waren mit unserem Teil der Generalprobe viel früher fertig als geplant und konnten uns in aller Ruhe in ein kleines Eiskaffee setzen und die Sonne genießen. Die Eisbecher waren sehr lecker. Man merkte aber doch, dass Seelbach recht ländlich ist. Zum einen hatte am Samstagnachmittag gegen drei Uhr der NKD zu (sonst hätte ich mir noch eine neue Strumpfhose gekauft) und nach der vierten Eisbecherbestellung gab es kein Schoko-, kein Vanille- und kein Zitroneneis mehr!

Für weitere Heiterkeit in der Eisdiele sorgte die Bestellung eines „Weizenbier“s, was vom Kellner als „Weiße Crisp“ (ein Eisbecher) verstanden wurde. Die Verwirrung war komplett als die Rückfrage des Kellners nach der Größe des Eises verstanden wurde, ob „Kristall“ gewünscht würde. So fiel die Antwort mit „normal“ für beide Seiten sinnvoll aus. Zum Glück konnte ich noch auf das Missverständnis hinweisen und die falsche Bestellung korrigiert werden… Und nach dem Eis wurde es ernst. Wir fingen an uns zu schminken. Bühnen-Makeup ist eine Wissenschaft für sich, da das grelle Licht die meisten Farben einfach schluckt. Als wir alle kunstvoll angemalt waren, hatten wir immer noch zwei Stunden totzuschlagen und wurden immer nervöser. Also setzte ich mich mit einem Buch in die Restsonne und versuchte abzuschalten. Als ich nach einer Stunde zurück in die Umkleide kam, schminkten die anderen immer noch nach und um und… Und es war immer noch Zeit…

Doch endlich war es so weit: es ging los. Alle waren fertig und bis unser erster Auftritt kam, war das Publikum bereits auf Hochtouren. Und es hat sogar alles gut geklappt. Mein „Anhang“ hatte sich sogar so hingesetzt wie ich ihnen eingeschärft hatte, so dass sie gute Sicht auf mich hatten 😉 Mein armes gelangweiltes Männchen litt sich durch zwei Stunden verschiedener Tänze, meiner Mutter sah man die Begeisterung an und ein guter Freund sah hochkonzentriert aus. Lustigerweise entdeckte ich noch zwei Mittänzerinnen aus meinem alten Kurs in der ersten Reihe, was nach der Show zu einem unerwarteten netten Pläuschchen führte. Nach dem ersten Auftritt hatten wir 11 Minuten Zeit uns komplett umzuziehen. Auch der Schleiertanz ging ganz gut über die Bühne. Außer, dass ich wieder an den seitlichen Vorhang kam und dann etwas rauskam… Und dann kam der für mich entspanntere Teil. Nach der Pause hatten wir zwar viel mehr Tänze aber durch die Mittelalterkleider sah man bei denen nicht die genaue Fußarbeit 🙂 Und die Pannen bemerkte das Publikum zum Glück nicht. Ich war äußerst überrascht als ich als Pestopfer von den Totengräbern auf den Wagen gehievt wurde, obwohl abgesprochen war, dass nur die beiden Kleinsten und Leichtesten aufgeladen würden. Stöhnend und kämpfend schafften sie es aber doch, mich nicht fallenzulassen, das war die Hauptsache!

Die aufziehbaren Ratten, die plötzlich als Pestverbreiter über die Bühne flitzten kamen ausgezeichnet an und sorgten für ein paar amüsant improvisierte Szenen. Leider bekam ich in der Umkleide nicht mit, ob Erzengel Michael (getanzt von Malika) wirklich ein pyrotechnisch ausgestattetes Schwert hatte. geplant war, dass sie einen Feuerblitz oder Ähnliches auf den Tod abschießt und ihn damit in seine Schranken zurückweist. Aber ich werde es irgendwann auf dem Video sehen.

Mit dem Quickchange für den finalen Maskenball war ich zum Glück in Rekordzeit fertig (die Angst wieder zu spät zu sein wie bei der Generalprobe steckte mir einfach noch in den Knochen). So konnte ich als Retter in der Not für Amira einspringen, die nur eine Minute Zeit hatte sich vom Tod in eine Ballbesucherin im Rokokokleid zu verwandeln. In der Eile gab es eine Panne mit dem Reifrock, ohne den ihr großes Finale nicht tanzbar gewesen wäre. Doch während sie sich umzog konnte ich zwei Sicherheitsnadeln auftreiben und Rock und Auftritt waren gerettet. Als der tosende Schlussapplaus losging, fielen mir diverse Steine vom Herzen!

Sobald ich nette Fotos bekomme, lasse ich euch daran teilhaben. Vielleicht finde ich auch den ein oder anderen Presseartikel 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.